Tag 1:
Wir sind motiviert gestartet. Und tatsächlich haben alle ihre 100 Liegestütze und Sit-ups geschafft – aufgeteilt in mehrere Sätze. Die Euphorie war spürbar. Der Anfang fühlte sich machbar an, allerdings spürte man schon, dass es nicht immer einfach sein wird, täglich 100 Liegestütze und 100 Sit-ups durchzuziehen.
Tag 2:
Wie schon angedeutet: Ich habe mich entschieden, selbst an der Challenge teilzunehmen. Obwohl ich grundsätzlich sportlich bin, hatte ich in den letzten Monaten kaum trainiert – und das habe ich sofort gespürt.
Schultern, Brust, Arme – alles tat weh. Muskelkater in einer Intensität, die jede Bewegung zur Erinnerung machte.
Während Jakob und Helmut laut Tabelle schon mittags fertig waren, kämpfte ich mich Satz für Satz durch den Tag. 20 Liegestütze fühlten sich an wie ein Maximum. Danach war ich komplett erschöpft. Sit-ups gingen leichter – aber die Frage blieb: Wie soll ich auf 100 kommen?
Was half, war die Gruppe. In unserem Chat wurde schnell klar: Ich war nicht allein. Viele kämpften mit ähnlichen Schmerzen.
Am Ende des Tages stand trotzdem die 100. Nicht elegant, nicht leicht – aber geschafft.
Tag 3:
Der Muskelkater wurde nicht besser. Aber ich wusste jetzt, was mich erwartet.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – ein Satz, den ich schon als Kind gehört habe. Selten hat er sich so passend angefühlt.
Und wieder: überwinden, durchziehen, abhaken. Fast alle blieben dran.
Alvaro hat sich an diesem Tag entschieden auszusteigen. Schade – aber auch das gehört dazu.
Tag 4:
Langsam stellte sich so etwas wie Routine ein – zumindest im Ablauf. Der Körper war noch weit davon entfernt, sich „gut“ anzufühlen. Interessant wurde der Umgang mit der Aufgabe: Einige blieben bei großen Sätzen, andere – mich eingeschlossen – verteilten die Wiederholungen über den Tag. 15 hier, 20 da, manchmal nur 10.
Die Tabelle wurde zu einem festen Bestandteil des Tages.
Tag 5–7:
Die erste Woche war ein Wechselbad. Körperlich zwischen Anpassung und Dauerbelastung, mental zwischen Zweifel und Disziplin.
Die anfängliche Motivation war verschwunden – ersetzt durch Gewohnheit.
Viele berichteten, dass Sit-ups leichter wurden. Liegestütze blieben die eigentliche Herausforderung.
Tag 8:
Ein kleiner Einbruch. Weniger Energie, weniger Enthusiasmus.
Die Nachrichten in der Gruppe wurden ruhiger, ehrlicher.
Warum mache ich das eigentlich?
Und genau hier wurde die Gruppe wichtig: ein kurzer Kommentar, ein kleines Update – manchmal reicht das, um weiterzumachen.
Tag 10:
Ein Drittel geschafft.
Und tatsächlich: Es wurde besser. Bewegungen fühlten sich kontrollierter an, Pausen kürzer.
25 oder 30 Liegestütze am Stück waren plötzlich machbar – ein Gedanke, der an Tag 2 noch absurd gewesen wäre.