BerlinBlick: Wie muss man sich einen Pornodreh eigentlich vorstellen. Gibt es ein Drehbuch? Lernt ihr euch vor dem Dreh kennen? Es gibt doch sicher auch Leute, die einem unsympathisch sind? Du hast berichtet, dass du dich auch immer wieder mal mit Geschlechtskrankheiten wie Syphilis oder Chlamydien angesteckt hast. Ist Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen gar kein Thema?
Vadim: Pornofilme sind fast nie Spielfilme, deswegen gibt es meistens auch keine Drehbücher. Es gibt natürlich Ideen und Themen, die man umsetzen möchte und es wird vorab über Stellungen gesprochen, die vorkommen sollen. In den Pornostudios sagen die Regisseure, was sie sehen möchten. Die Darsteller können aber sehr viel selbst entscheiden. Manchmal sieht man sich erst kurz vor dem Dreh und es kam auch schon einige Male vor, dass meine Partner nicht „mein Typ“ waren. Ich versuche einfach, was Interessantes an dieser Person zu suchen. Das macht es dann viel einfacher beim Dreh.
Geschlechtskrankheiten kommen tatsächlich immer wieder vor. Allerdings habe ich mich fast nie beim Dreh damit angesteckt, sondern bei privaten Kontakten, meistens beim Sex in Berlin. Das stört meine Arbeit beim Dreh. Ich habe deswegen auch meine Treffen im Privatleben sehr stark reduziert, um keine Aufträge zu verlieren. Sonst verliert man viel Geld.
BerlinBlick: Es gibt immer wieder gewisse Vorurteile über männliche Pornodarsteller, u.a. dass man einen großen Penis haben muss. Ist das wirklich wichtig für einen Erfolg als Mann im Pornobereich?
Vadim: Ein großer Schwanz ist bei schwulen Männern natürlich sehr beliebt. Man natürlich kann man auch ohne großen Penis erfolgreich im Porno sein. Wenn man hübsch ist, einen tollen Körper hat oder wenn man viel sexuelle Energie hat, kann das natürlich auch helfen, erfolgreich zu werden.
BerlinBlick: Du bist erfolgreich, attraktiv und sehr gut trainiert? Wie lange kann man in diesem Bereich arbeiten und wo siehst du dich persönlich in 10 oder 20 Jahren?
Vadim: Danke sehr! Und das ist tatsächlich eine gute Frage! Ich spüre, dass ich noch etwas machen möchte. Ich suche immer wieder neue Herausforderungen. Häufig langweilt mich mein Job nach einigen Jahren und ich suche etwas Neues. Ich habe in mehreren Berufen gearbeitet: Ich war Programmierer, Innenarchitekt, Friseur, jetzt arbeite ich in der Pornoindustrie… Mal schauen, was noch kommt? Keine Ahnung! Es muss nicht immer Porno sein! Zurzeit investiere ich sehr viel Zeit und Energie in Schauspiel und Theater. Das macht mir sehr großen Spaß! Ich werde jedenfalls nicht mit 70 Jahren als Pornodarsteller arbeiten. Ich werde einfach schauen, wo es mich in der Zukunft hinführt.
Vadim, vielen Dank für das Interview! Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg bei der Schauspielerei. Danke für die Shootings!