BB: Erotische Fotos wünschen sich viele Paare, die meisten möchten diese allerdings nur für sich haben. Wie kommt es, dass ihr so offen mit eurem Körper, eurer Intimität und Sexualität umgeht und diese Fotos auch anderen zeigen möchtet? Seht ihr euch vielleicht sogar als ein Vorbild für andere?
C: Ich glaube, die Offenheit zur Nacktheit hat bei mir angefangen, als ich die Sauna für mich entdeckt habe. So viele nackte Menschen: Es ist egal, wie du aussiehst, dort ist einfach jeder nackt. Die Offenheit zur Intimität und Sexualität wuchs bei mir durch meine Ex-Partnerin. Ich habe daran Gefallen gefunden. Jetzt wünsche ich mir natürlich, sie mit Mara zu teilen und gemeinsam zu erforschen und auszureizen, bis wohin diese Offenheit gehen kann.
Vorbild? Das weiß ich nicht. Ich wäre jedoch natürlich froh, wenn wir bei anderen das Interesse erwecken, sich auf solch eine aufregende Erfahrung einzulassen.
Wir können dich als Fotograf wirklich sehr empfehlen!
M: I think sexuality should be more normalized. That’s why I think these photoshoots are so great, and why I don’t mind sharing some of them – we have to see more real people, real sexuality, real bodies and attractions in all their diversity.
BB: In unserer Gesellschaft wird Nacktheit – vor allem bei Männern, aber auch bei Paaren – häufig als pornografisch angesehen. Denkt ihr, unsere Gesellschaft ist zu prüde? Sind junge Menschen hier offener und gehen mit Nacktheit und ihrer Sexualität anders um?
C: Ich denke, junge Menschen sind da etwas offener und dass es einen leicht wachsenden Trend gibt, offener mit Nacktheit und Sexualität umzugehen. Vermutlich hat vor allem das voranschreitende, digitale Zeitalter eine große Auswirkung darauf, wobei es definitiv ein zweitschneidiges Schwert ist. Nackte Menschen zu sehen oder der Zugang zu pornografischen Material, war noch nie so einfach wie heutzutage. Das führt dazu, dass es einfach normaler ist, so etwas zu sehen. Nacktheit und Sexualität künstlerisch und in einem erotisch-kunstvollen Licht fotografiert, mag heute auch etwas besser anerkannt sein und unterscheidet sich von Pornos. Nehmen wir mal den Playboy als Beispiel. Damals war es das Pornoheft schlechthin. Heute würde ich eher sagen, schöne erotische Fotos.
M: I am not so sure that young people are much more open about sexuality. It may seem that way, there is a lot of nudity on social media, but often it is performative, idealized, and unreal. There is this article by RS Benedict, titled “Everyone is beautiful and no one is horny”, and I think that might be the state we are living in now.
BB: Habt ihr, neben den schönen Fotos, die entstanden sind, noch etwas anderes aus diesem Shooting mitgenommen?
C: Einiges sogar! Ich habe das Gefühl, dass man etwas aufregendes und spezielles gemeinsamen gemacht hat, was einen nochmal etwas näher zusammen gebracht hat. Da ist auch der wachsende Reiz und die Lust, so etwas nochmal zu machen, beispielsweise an einem anderen Ort oder zusammen mit anderen Personen.